Vortrag: Sterilisation und Euthanasie psychisch kranker Bochumer Bürgerinnen und Bürger
Prof. Dr. Georg Juckel Sterilisation und Euthanasie psychisch kranker Bochumer Bürgerinnen und Bürger Auch 90 Jahre nach nationalsozialistischer Machtergreifung und Beginn des dunkelsten Kapitels deutscher Psychiatriegeschichte bleibt die Auseinandersetzung mit der Medizinhistorischen Vergangenheit als kontinuierliche ärztliche Verantwortung von Großer Relevanz. Die Eingriffe in das Leben psychisch kranker Menschen durch das nationalsozialistische Regime sind zwar ein fest etablierter Bestandteil der medizinhistorischen Forschung; über die genauen Vorgänge in einer konkreten Region mit ihren betroffenen Bürgerinnen und Bürgern ist jedoch bisher wenig bekannt. Es wurden über 3.000 Bochumer BürgerInnen gefunden, die wegen einer angeblichen oder möglichen psychischen Störung zwangssterilisiert wurden. Mindesten 366 Bochumer BürgerInnen wurden aus den Provinzial- Heilanstalten in die Todes-Anstalten verlegt und fielen der Euthanasie zum Opfer. Die Transportlisten wurden durch Aufnahme- und Abgangsbücher, Sterbelisten sowie Patientenakten verifiziert. Mithilfe der Erbgesundheitsakten des Stadtarchivs konnten die verlegten Bochumer Patientinnen und Patienten daraufhin untersucht werden, ob sie Opfer einer Zwangssterilisation wurden. Das Untersuchungsprojekt war durch die DGPPN-Wanderausstellung zur T4-Aktion angestoßen worden und ist Teil der Bochumer Gedenk- und Stolpersteinprojekte.
Für diese Veranstaltung fehlen die Koordinaten, deshalb können wir die Umgebung nicht vorschlagen.