
Selbst begehbarer Rundgang zu den Welterbe-Objekten des Augsburger Wassermanagement-Systems in Altstadt und Lechviertel: die drei Prachtbrunnen, historische Trinkwasserwerke, die Lechkanäle und die Wassertürme am Roten Tor. Rund 3,5 km, etwa 1 bis 2 Stunden zu Fuß.
Selbst begehbarer Rundgang zu den Welterbe-Objekten des Augsburger Wassermanagement-Systems in Altstadt und Lechviertel: die drei Prachtbrunnen, historische Trinkwasserwerke, die Lechkanäle und die Wassertürme am Roten Tor. Rund 3,5 km, etwa 1 bis 2 Stunden zu Fuß.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Der Prachtbrunnen auf dem Rathausplatz wurde 1594 vollendet und ist der aelteste der drei Augsburger Monumentalbrunnen. Die Figur des Stadtgruenders Kaiser Augustus geht auf Modelle des Niederlaenders Hubert Gerhard zurueck; vier Bronzefiguren am Beckenrand verkoerpern die Augsburger Gewaesser Lech, Wertach, Singold und Brunnenbach. Der Brunnen zeigt, wie die Stadt um 1600 ihren Wasserreichtum als Wohlstandssymbol feierte.
Das repraesentative Renaissancegebaeude errichtete Stadtbaumeister Elias Holl zwischen 1606 und 1609 als staedtisches Schlacht- und Fleischverkaufshaus. Technisch bemerkenswert war die Nutzung des Kanalwassers: Der Vordere Lech wurde durch das Untergeschoss gefuehrt, um Abfaelle abzuschwemmen und das Gebaeude zu kuehlen, damit das Fleisch laenger frisch blieb. Das Bauwerk gehoert zu den 22 Objekten des Welterbes.
Das Untere Brunnenwerk am noerdlichen Rand des Lechviertels ist Augsburgs zweitgroesstes historisches Trinkwasserwerk und war vom fruehen 16. Jahrhundert bis 1879 in Betrieb. Zum Ensemble gehoeren der Untere Brunnenturm, das Pumpenhaus - heute das Kino Liliom - und die Wasserzufuhr ueber die sogenannte Zirbelnuss-Kanalbruecke. Von hier wurde ueber Jahrhunderte Trinkwasser in hoeher gelegene Stadtteile gehoben.
Das dichte Netz kuenstlich angelegter Lechkanaele durchzieht vor allem das Lech- und Ulrichsviertel und ist im Stadtrecht bereits 1276 schriftlich belegt. Ueber Jahrhunderte trieb das flieszende Wasser die Raeder zahlreicher Handwerksbetriebe an und lieferte spaeter Kraft fuer Fabriken und Stromerzeugung. Die offen gefuehrten Kanaele praegen bis heute das Strassenbild des Viertels.
An der oestlichen Stadtmauer beim Vogeltor entstand ab 1538 ein weiteres Brunnenwerk, das vor allem das tiefer gelegene Lechviertel ueber Jahrhunderte mit Trinkwasser versorgte. Der bis heute erhaltene Wasserturm kam erst spaeter hinzu, als ein aelterer Wehrturm der Stadtbefestigung aufgestockt und zum Wasserturm umgebaut wurde. Die Anlage zaehlt zu den historischen Trinkwasserwerken des Welterbes.
Das Maximilianmuseum zeigt in seinem ueberdachten Innenhof die originalen Bronzefiguren der drei Prachtbrunnen, waehrend auf der Maximilianstrasse und dem Rathausplatz heute Kopien stehen. Die Sammlung erlaeutert die Augsburger Bronzekunst und die Rolle der Monumentalbrunnen fuer das Selbstverstaendnis der Stadt um 1600. Das Haus liegt zentral zwischen Rathausplatz und Maximilianstrasse und laesst sich gut in den Rundgang einbinden.
Der Merkurbrunnen an der Maximilianstrasse nahe dem Moritzplatz wurde um 1599 nach Entwuerfen des Bildhauers Adriaen de Vries in Bronze gegossen. Die Figurengruppe zeigt den Handelsgott Merkur, dem ein Amor die Sandale loest - ein Sinnbild fuer den Wunsch, dass Merkur und damit der bluehende Handel in Augsburg bleiben. Er ist der zweite der drei Monumentalbrunnen des Welterbes.
Der Herkulesbrunnen am suedlichen Ende der Maximilianstrasse wurde 1602 fertiggestellt und stammt ebenfalls von Adriaen de Vries. Die Hauptfigur zeigt den Helden Herkules im Kampf gegen die vielkoepfige Wasserschlange Hydra, umgeben von Najaden und Tritonen. Als juengster der drei Prachtbrunnen steht er fuer Augsburgs Stolz auf seinen Wasserreichtum und ein ideales Gemeinwesen.
Das Ensemble am Roten Tor ist das aelteste erhaltene Wasserwerk Mitteleuropas und versorgte Augsburg von 1416 an ueber 460 Jahre lang mit Trinkwasser. Grosser und Kleiner Wasserturm sowie der Kastenturm hoben das Wasser mit wasserradgetriebenen Pumpen in Hochbehaelter, von denen es in die Stadt floss; die hier entwickelte Pumptechnik fand europaweit Beachtung. Heute zeigt das obere Brunnenmeisterhaus eine Dauerausstellung zur historischen Augsburger Wasserkunst, die nach Voranmeldung besichtigt werden kann.