
Selbst begehbarer Rundgang durch den Bremerhavener Stadtteil Geestemünde: Entlang der offiziellen "Historischen Meile" erläutern fest installierte Infotafeln historische Gebäude und Hafenanlagen. Die Route führt von der ehemaligen Bahnhofsanlage an der Klußmannstraße über Kanaldrehbrücke, Kirchen, Schulen und den Wasserturm bis zur Georgstraße und erzählt Hafen-, Stadt- und Architekturgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Moderne.
Selbst begehbarer Rundgang durch den Bremerhavener Stadtteil Geestemünde: Entlang der offiziellen "Historischen Meile" erläutern fest installierte Infotafeln historische Gebäude und Hafenanlagen. Die Route führt von der ehemaligen Bahnhofsanlage an der Klußmannstraße über Kanaldrehbrücke, Kirchen, Schulen und den Wasserturm bis zur Georgstraße und erzählt Hafen-, Stadt- und Architekturgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Moderne.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Das Backsteingebäude war der erste Bahnhof Geestemündes, an dem 1862 die eingleisige Geestebahn eröffnet wurde. Nach dem Bau des Hauptbahnhofs 1914 diente es dem Güterverkehr; seit 1991 nutzt es die Bremerhavener Beschäftigungsgesellschaft Unterweser (BBU). Hier beginnt der offizielle Rundgang.
Das Haus wurde 1899 als Kaiserliches Postamt im gleichen Stil wie das gegenüberliegende Rathaus errichtet. Nach 1933 nutzte die Stadt Wesermünde es für verschiedene Behörden; seit 1961 ist hier das Polizeirevier Geestemünde untergebracht.
Der Bau entstand 1907/1908 als Königlich Preußisches Hauptzollamt Geestemünde und war lange Zentrale mehrerer Zollverwaltungen im Elbe-Weser-Raum. Seit 1978 denkmalgeschützt, wurde der Neorenaissance-Bau 2007 zu Eigentumswohnungen umgebaut.
Die Villa wurde 1922 vom Architekten Jäger für den Reeder Heinrich Schuchmann als Wohnhaus direkt am Kanal errichtet, im Stil des Neoklassizismus. Später war sie Sitz von See-Berufsgenossenschaft und See-Sozialversicherung; seit 2014 nutzt die Reederei F. Laeisz das denkmalgeschützte Haus.
Die 1860/61 nach Plänen von Heinrich Adolf Buchholz gebaute Drehbrücke verband den Geestemünder Markt mit dem Bahnhof. Sie gilt als älteste noch funktionierende Drehbrücke Deutschlands und steht seit 2010 unter Denkmalschutz.
Das Gebäude wurde 1909 nach Entwurf des Stadtbaumeisters Karl von Zobel für die 1867 gegründete Industrie- und Handelskammer errichtet. Zeitweise beherbergte es auch das Morgenstern-Museum und ein städtisches Nahrungsmitteluntersuchungsamt.
Die Schule wurde 1906–1908 von Karl von Zobel als Reform-Gymnasium der Stadt Geestemünde erbaut und verbindet Reformstil mit Historismus- und Jugendstilelementen. Drei Medaillons über dem Eingang stehen für Schifffahrt/Handel, Wissenschaft und Technik; seit 2010 steht das Haus unter Denkmalschutz.
Der 1877 fertiggestellte Holzhafen war um 1880 Zentrum des Holzhandels und der Holzverarbeitung, unter anderem der Firma Kühlken. Nach einem Großbrand 1934 wurde das Becken verkleinert und in die heutige Parkanlage mit Wohnbebauung umgewandelt.
Die neugotische Backsteinkirche wurde 1872–1875 nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase gebaut, weil die Marienkirche zu wenig Platz bot. Der Turmhelm musste bereits 1880 wegen mangelhaften Mörtels erneuert werden; seit 2002 steht die Kirche unter Denkmalschutz.
Der Park geht auf den 1899 gegründeten Geestemünder Waldverein zurück und wurde 1908 nach einem Plan des Gartenbauingenieurs Adolf Hoff eröffnet. Er verbindet einen regelmäßig gestalteten Eingangsbereich mit landschaftlicher Peripherie und steht seit 2009 unter Denkmalschutz.
Der Bahnhof wurde 1914 als Hauptbahnhof "Geestemünde – Bremerhaven" eröffnet und 1924 in "Wesermünde – Bremerhaven" umbenannt. Von 2009 bis 2011 wurde die Bahnhofshalle originalgetreu saniert; das Gebäude steht seit 2012 unter Denkmalschutz.
Die Schule wurde 1928–1930 nach Plänen von Stadtbaurat Wilhelm Kunz errichtet und mit Klinkern verkleidet – ein Beispiel des norddeutschen Backsteinexpressionismus und des Neuen Bauens. Sie war als vorbildliche moderne Volksschule geplant und wird bis heute schulisch genutzt.
Die Marienkirche ist der älteste Sakralbau des Stadtteils; eine Kapelle in Geestendorf ist 1420 urkundlich belegt, die Ursprünge reichen vermutlich ins 13. Jahrhundert zurück. Conrad Wilhelm Hase gestaltete den Bau 1872–1875 neugotisch um. Im September 1944 brannte die Kirche aus und wurde 1954 in vereinfachter Form wiedergeweiht; seit 1977 steht sie unter Denkmalschutz.
Der Wasserturm wurde 1891 nach Plänen von Walter Pfeffer am damals höchsten Punkt des Neuen Marktes als runder Backsteinbau mit Kegeldach errichtet, angelehnt an den Turmtyp von Otto Intze. Seit 1984 steht er unter Denkmalschutz; heute wird er gastronomisch genutzt.
Die Apotheke geht auf eine Konzession von 1856 zurück; der Bau der Hirsch-Apotheke wurde 1896 genehmigt. Das denkmalgeschützte Haus blieb im Krieg weitgehend verschont und beherbergte ab 1902 auch Arztpraxen; bis 2008 wurde die Apotheke in vierter Generation geführt.
Das Gebäude wurde 1905 als Bankhaus der Geestemünder Handelsbank errichtet und ab 1924 von der Städtischen Sparkasse Wesermünde bzw. später Bremerhaven genutzt. Es war eines der wenigen Häuser, die die Bombennacht 1944 unbeschadet überstanden; seit 1985 dient es als Restaurant und bildet den Endpunkt des Rundgangs.