
Selbst begehbarer Auswahl-Rundgang über 16 dauerhaft installierte Info-Stelen des FlingerPfads zur Industrie- und Sozialgeschichte des Düsseldorfer Stadtteils Flingern. Der Weg führt von Flingern-Süd entlang der alten Eisenbahn- und Fabrikachse über den Höherweg bis in den grünen Osten und das Wohnviertel von Flingern-Nord.
Selbst begehbarer Auswahl-Rundgang über 16 dauerhaft installierte Info-Stelen des FlingerPfads zur Industrie- und Sozialgeschichte des Düsseldorfer Stadtteils Flingern. Der Weg führt von Flingern-Süd entlang der alten Eisenbahn- und Fabrikachse über den Höherweg bis in den grünen Osten und das Wohnviertel von Flingern-Nord.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Die Kiefernstraße entstand als Wohnquartier für die Arbeiterschaft der umliegenden Industriebetriebe. Später wurde die Straße durch Hausbesetzungen und ihre bunt bemalten Fassaden weit über Flingern hinaus bekannt. Die Stele beleuchtet den Wandel vom Werkswohnungsbau zum heutigen alternativen Wohnprojekt.
An der unteren Kiefernstraße verlief die Trasse der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn, die 1838 als erste Eisenbahn Westdeutschlands eröffnet wurde. Sie verband die aufstrebenden Industrieorte des Bergischen Landes mit dem Rhein. Damit legte sie den Grundstein für die spätere Ansiedlung zahlreicher Fabriken in Flingern.
Auf dem Gelände an der Fichtenstraße war die Stahlbaufirma Hein, Lehmann & Co. ansässig, einer der bedeutendsten Brückenbauer der Region. Aus ihren Werkstätten stammen Teile mehrerer Düsseldorfer Rheinbrücken, darunter die Oberkasseler und die Rheinkniebrücke. Heute wird das Areal gewerblich genutzt.
Im sogenannten Gleisdreieck an der Werdener Straße stellte die Piedboeuf'sche Dampfkesselschmiede über Jahrzehnte Dampfkessel her. Der markante Schornstein des Werks prägte lange das Bild des Viertels, bevor der Betrieb 1991 endete. Die Stele erinnert an die schwere Metallverarbeitung, die für Flingerns Industriegeschichte typisch war.
Die Stele vor dem heutigen Weltkunstzimmer erinnert an den 1897 gegründeten Allgemeinen Konsumverein für Düsseldorf und Umgebung. Die Genossenschaft betrieb zahlreiche Läden und versorgte die Arbeiterfamilien des Viertels mit Nahrungs- und Genussmitteln. Das ehemalige Betriebsgelände wird heute als Kultur- und Atelierstandort genutzt.
An der Ruhrtalstraße stehen Wohnbauten des Düsseldorfer Spar- und Bauvereins, für die der Architekt Fritz Hofmeister verantwortlich zeichnete. Die Genossenschaft schuf hier bezahlbaren Wohnraum für Arbeiterfamilien und prägte das Erscheinungsbild der Straße. Die Stele würdigt den genossenschaftlichen Wohnungsbau als soziale Errungenschaft der Industriezeit.
Am Höherweg 100 hat die Stadtwerke Düsseldorf AG ihren Sitz, das einzige Großunternehmen, das seit dem 19. Jahrhundert ohne Unterbrechung in Flingern ansässig ist. Mit dieser Stele wurde der FlingerPfad im Jahr 2021 eröffnet. Sie steht für die durchgehende Bedeutung der Energie- und Versorgungswirtschaft im Stadtteil.
Hinter der Zufahrt des Entsorgungsbetriebs AWISTA steht ein denkmalgeschützter Spitzbunker aus dem Jahr 1939, gebaut nach der von Leo Winkel entwickelten Bauart. Die Stele erinnert zugleich an das benachbarte frühere Gasometer-Gelände, auf dem sich heute eine Automeile erstreckt. Beide Orte verweisen auf Energieversorgung und Kriegsgeschichte des Viertels.
Nahe dem früheren Güterbahnhof erinnert die Stele an zwei Flinger Traditionsunternehmen: den Künstlerfarbenhersteller Schmincke und den Maschinenbauer Losenhausen. Schmincke fertigte hier hochwertige Mal- und Zeichenfarben, bevor die Firma 1974 nach Erkrath umzog. Das Gelände ist heute Teil des Stadt-Natur-Parks Flingern.
Im Stadt-Natur-Park erzählt die Stele an der Stelle "Am Prellbock" von der Unteren Ruhrtalbahn und dem einstigen Bahnhof Grafenberg. Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs wurden Signalmasten, Gleisreste und Prellböcke bewusst als Erinnerung an die Eisenbahnzeit bewahrt. Der Ort zeigt, wie eng Industrie und Schienenverkehr in Flingern verbunden waren.
An der Neumannstraße erinnert die Stele an die Actiengesellschaft für Lokomotivbau Hohenzollern, die in Flingern Dampflokomotiven baute. Das Werk zählte zu den großen Maschinenbaubetrieben, die den Stadtteil im Zeitalter der Eisenbahn prägten. Sein Gelände wurde später teilweise mit Wohnungen überbaut.
An der Ecke Hellweg/Bruchstraße thematisiert die Stele die große Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg. Ab 1929 entstanden auf einem Grundstück der ehemaligen Hohenzollern AG rund 900 Wohnungen, um die Not zu lindern. Zugleich erinnert der Standort an die sogenannte "Hellweg-Bande" und das raue soziale Milieu jener Jahre.
Die Liebfrauenkirche wurde von 1889 bis 1892 nach Plänen von Caspar Clemens Pickel im neugotischen Stil errichtet. Sie war geistlicher und sozialer Mittelpunkt für die stark gewachsene Arbeiterbevölkerung des Viertels. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Kirche in den Nachkriegsjahren wieder aufgebaut.