
Ein zu Fuß begehbarer Altstadt-Rundgang zu den authentischen Wirkungsstätten Martin Luthers in Erfurt – vom Augustinerkloster, in das er als Mönch eintrat, über die alte Universität, die Krämerbrücke und den Dom bis zur Kaufmannskirche und dem Lutherdenkmal am Anger.
Ein zu Fuß begehbarer Altstadt-Rundgang zu den authentischen Wirkungsstätten Martin Luthers in Erfurt – vom Augustinerkloster, in das er als Mönch eintrat, über die alte Universität, die Krämerbrücke und den Dom bis zur Kaufmannskirche und dem Lutherdenkmal am Anger.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Hier trat Martin Luther am 17. Juli 1505 in den Bettelorden der Augustiner-Eremiten ein und lebte mehrere Jahre als Mönch. In der Klosterkirche feierte er 1507 seine erste Messe. Die erhaltene Lutherzelle und die Ausstellung machen das Kloster zum zentralen Erinnerungsort seiner Erfurter Jahre.
In der Georgenburse wohnten im Mittelalter Studenten und Lehrende der Universität Erfurt. Von 1501 bis 1505 lebte hier Martin Luther während seines Studiums. Das erhaltene Gebäude beherbergt heute einen Studien- und Begegnungsort zur Lutherzeit.
Die Krämerbrücke ist eine vollständig mit Fachwerkhäusern bebaute und bewohnte Brücke über die Gera und gilt als längste ihrer Art nördlich der Alpen. Zu Luthers Zeit war sie ein belebter Handelsplatz mitten in der Stadt. Der Überlieferung nach soll der Mönch Luther hier um Almosen gebeten haben.
Das neugotische Rathaus am Fischmarkt entstand im 19. Jahrhundert am Ort älterer Vorgängerbauten. In Festsaal und Treppenhaus zeigen großformatige Wandgemälde Szenen der Stadtgeschichte, darunter Darstellungen aus dem Leben Martin Luthers. Der Fischmarkt bildet mit dem Roland-Standbild einen repräsentativen Mittelpunkt der Altstadt.
Die Michaeliskirche war die Kirche der alten Universität und wird deshalb auch Universitätskirche genannt. Am 21. Oktober 1522 predigte Martin Luther hier. Sie liegt im historischen Lateinerviertel gegenüber dem Collegium maius.
Das Collegium maius war das Hauptgebäude der 1379 privilegierten alten Universität Erfurt. Hier war Luther von 1501 bis 1505 eingeschrieben und erwarb den Grad des Magister artium. Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Bau wurde rekonstruiert und dient heute der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Die Engelsburg war um 1500 ein Treffpunkt Erfurter Humanisten; hier entstanden Teile der satirischen "Dunkelmännerbriefe". 1537 wurde Martin Luther in diesem Haus von seinem Freund, dem Arzt Georg Sturz, behandelt, als er schwer erkrankt auf der Reise von Schmalkalden nach Wittenberg war. Heute wird das Gebäude als studentisches Kulturzentrum genutzt.
Die gotische Andreaskirche liegt im malerischen Andreasviertel im Norden der Altstadt. Sie bewahrt das bemalte hölzerne Modell für Luthers Grabplatte auf, das nach einem Cranach-Holzschnitt geschnitzt wurde und als Gussvorlage für die 1548 in Erfurt gegossene bronzene Grabplatte diente; es gilt als ältestes bekanntes Lutherdenkmal. Sie zählt zu den ältesten Pfarrkirchen der Stadt.
Der auf dem Domberg über dem Domplatz thronende Dom St. Marien bildet mit der benachbarten Severikirche das Wahrzeichen Erfurts. Am 3. April 1507 wurde Martin Luther hier zum Priester geweiht. Über die monumentalen Domstufen gelangt man zum spätgotischen Chor mit seinen berühmten Glasfenstern.
Die Barfüßerkirche war die Kirche eines Franziskanerklosters und zählt zu den Meisterwerken der Bettelordensarchitektur. Am 11. Oktober 1529 predigte Martin Luther in dem Gotteshaus. Nach der Zerstörung von 1944 dient der erhaltene Hohe Chor heute als Ausstellungsort mittelalterlicher Kunst.
Die evangelische Kaufmannskirche am Anger ist die einzige Erfurter Stadtkirche mit zwei Türmen und eine der ältesten Pfarrkirchen der Stadt. Am 22. Oktober 1522 predigte Martin Luther hier und trug zur Ausbreitung der Reformation in Erfurt bei. In der Kirche wurden auch die Eltern Johann Sebastian Bachs getraut.
Das bronzene Lutherdenkmal vor der Kaufmannskirche entstand Ende des 19. Jahrhunderts nach einem Entwurf von Fritz Schaper. Es zeigt den Reformator mit aufgeschlagener Bibel und erinnert an sein Wirken in der Stadt. Der Standort wurde gewählt, weil Luther in der nahen Kaufmannskirche predigte.
Das Stadtmuseum ist im Renaissance-Bürgerhaus "Haus zum Stockfisch" von 1607 untergebracht. Seine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte beleuchtet auch die Reformationszeit und Luthers Erfurter Jahre. Das reich verzierte Gebäude zählt zu den schönsten Bürgerhäusern der Stadt.