
Ein rund fünf Kilometer langer Fußweg durch die Wissenschaftsgeschichte Göttingens: vom Nobel-Rondell am Stadtfriedhof über die historische Sternwarte von Gauß und die Wirkungsstätten der Quantenphysik in der Altstadt bis zu den Sammlungen und Gärten auf dem Nordcampus.
Ein rund fünf Kilometer langer Fußweg durch die Wissenschaftsgeschichte Göttingens: vom Nobel-Rondell am Stadtfriedhof über die historische Sternwarte von Gauß und die Wirkungsstätten der Quantenphysik in der Altstadt bis zu den Sammlungen und Gärten auf dem Nordcampus.
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Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Der Stadtfriedhof ist letzte Ruhestätte zahlreicher Göttinger Nobelpreisträger. Das 2006 zum 125-jährigen Bestehen des Friedhofs angelegte Nobel-Rondell erinnert in kreisförmiger Anordnung an acht hier bestattete Preisträger, darunter Max Planck, Max Born, Otto Hahn und Walther Nernst. Der Grundriss greift Gauß' Konstruktion des regelmäßigen 17-Ecks auf.
Die 1816 vollendete Sternwarte war Wirkungs- und Wohnstätte von Carl Friedrich Gauß, der sie als erster Direktor leitete. Von hier aus organisierte er die große Vermessung des Königreichs Hannover. Gemeinsam mit Wilhelm Weber richtete Gauß 1833 die erste elektromagnetische Telegrafenverbindung ein, die bis zum Physikgebäude in der Innenstadt reichte.
Am Theaterplatz beherbergt das Institut die ethnologische Sammlung der Universität, eine der ältesten ihrer Art in Deutschland. Zum Bestand zählen völkerkundliche Objekte aus der Frühzeit der Georgia Augusta, darunter Stücke von den Pazifikreisen James Cooks. Die Sammlung zeigt den breiten Forschungshorizont der Göttinger Gelehrten.
Die ehemalige Dominikanerkirche wurde nach der Reformation zum Sitz der Universitätsbibliothek. Über Jahrhunderte lagerte hier das Wissen der Georgia Augusta, die früh als eine der bedeutendsten Forschungsbibliotheken Europas galt. Heute nutzt die Staats- und Universitätsbibliothek den Bau für Ausstellungen und den historischen Bibliothekssaal.
Der 1736 von Albrecht von Haller angelegte Garten war ursprünglich Arznei- und Lehrgarten der jungen Universität. Auf rund fünf Hektar wachsen heute mehrere tausend Pflanzenarten aus aller Welt. Als einer der ältesten botanischen Gärten Deutschlands verband er von Beginn an Forschung und öffentliche Bildung.
Das Zoologische Museum bewahrt die umfangreichen Tiersammlungen der Universität, deren Anfänge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Präparate, Skelette und Modelle dokumentieren die Vielfalt der Tierwelt und die Geschichte der Göttinger Zoologie. Die Bestände dienen bis heute Forschung und Lehre.
Am Eingang der Physik zeigt das Physicalische Cabinet historische Messinstrumente aus der Blütezeit der Göttinger Physik, darunter Geräte zum Gauß-Weber-Telegrafen und Exponate zur Entstehung der Quantenmechanik. In den 1920er Jahren legten Max Born, Werner Heisenberg und Pascual Jordan in Göttingen deren mathematische Grundlagen. Der Ort verbindet damit klassische Experimentalphysik und die Geburt der Quantentheorie.
Auf dem Nordcampus setzt das Institut für Astrophysik die astronomische Tradition fort, die mit Gauß' Sternwarte begann. Erforscht werden hier unter anderem Sterne, Sonne und Galaxien. Der Platz trägt den Namen des Quantenphysikers Friedrich Hund, der lange in Göttingen lehrte.
Das Museum erzählt die Geschichte der Chemie in Göttingen, die mehrere Nobelpreise hervorgebracht hat. Forscher wie Otto Wallach, Walther Nernst und Adolf Windaus prägten das Fach an der Universität. Gezeigt werden historische Apparaturen und Dokumente aus den chemischen Instituten.
Das geowissenschaftliche Museum präsentiert Minerale, Gesteine und Fossilien aus der langen erdwissenschaftlichen Forschung der Universität. Die Sammlungen reichen von Kristallen bis zu Zeugnissen früherer Erdzeitalter. Sie machen die geologische Geschichte anschaulich und ergänzen die Lehre.
Der Geopark gehört zum geowissenschaftlichen Bereich des Nordcampus und zeigt Gesteine und erdgeschichtliche Objekte im Freien. Die Steine lassen sich unmittelbar betrachten und im Wortsinn begreifen. Die Anlage macht Geologie unter freiem Himmel erlebbar.
Der Neue Botanische Garten auf dem Nordcampus ergänzt den historischen Garten in der Innenstadt. In Freilandanlagen und Gewächshäusern werden Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen kultiviert. Der Garten dient der botanischen Forschung und ist zugleich ein Erholungsort.
Der Forstbotanische Garten gehört zur forstwissenschaftlichen Fakultät und versammelt als Arboretum Baum- und Gehölzarten aus aller Welt. Er dient der Erforschung von Wäldern und Gehölzen. Weitläufige Wege laden am Ende des Wissenschaftspfades zu einem Spaziergang ein.