
Selbst begehbarer Themen-Rundgang zur deutsch-amerikanischen Geschichte Heidelbergs: von Mark Twains Altstadt über Orte der Nachkriegs-Verständigung bis zu den ehemaligen US-Kasernen in der Südstadt. Der Kern folgt der offiziellen MeinHD-App-Route „US-Amerikaner in Heidelberg" und verbindet Altstadt und Südstadt zu einem zusammenhängenden Fußweg.
Selbst begehbarer Themen-Rundgang zur deutsch-amerikanischen Geschichte Heidelbergs: von Mark Twains Altstadt über Orte der Nachkriegs-Verständigung bis zu den ehemaligen US-Kasernen in der Südstadt. Der Kern folgt der offiziellen MeinHD-App-Route „US-Amerikaner in Heidelberg" und verbindet Altstadt und Südstadt zu einem zusammenhängenden Fußweg.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Startpunkt des Rundgangs an der klassizistischen Neckarbrücke von 1788. Hier beginnt die literarische Verbindung in die USA: Mark Twain hielt sich 1878 in Heidelberg auf und schilderte Stadt und Schlossblick in seinem 1880 erschienenen Reisebericht „A Tramp Abroad", der Heidelberg bei amerikanischen Lesern bekannt machte.
Jazzkeller in der Krämergasse, 1954 von Heidelberger Studenten gegründet und einer der ältesten Studenten-Jazzclubs Deutschlands. In der Nachkriegszeit ein Treffpunkt, über den amerikanische Musik- und Popkultur nach Heidelberg fand. Nur wenige Gehminuten von der Alten Brücke nahe der Heiliggeistkirche.
1945 gegründet und als selbstverwaltetes Studentenwohnheim Teil des amerikanischen Re-Education-Programms, das jungen Deutschen nach dem Krieg demokratische Selbstverwaltung vermitteln sollte. Untergebracht war es im barocken Carolinum in der Seminarstraße, das die US-Militärverwaltung dafür freigab; die Studierenden wohnten dort bis 1978. Heute nutzt die Universität Heidelberg das Gebäude.
Die rund 1,6 Kilometer lange Fußgängerzone war eine zentrale Bühne der amerikanischen Präsenz. In der Hauptstraße eröffnete 1946 das erste „Amerika-Haus" mit öffentlicher Bibliothek, bevor es 1951 in die Sofienstraße umzog. Über Jahrzehnte prägten US-Soldaten, Geschäfte und Kultur den Alltag entlang der Straße.
Das 1865 eröffnete Grandhotel am westlichen Rand der Altstadt nahe dem Bismarckplatz nennt der Rundgang als einen der Orte deutsch-amerikanischer Verständigung in der Nachbesatzungszeit. Es diente über die Jahre als gesellschaftlicher Treffpunkt und beherbergte zahlreiche internationale und amerikanische Gäste.
Das Amerika-Haus mit öffentlicher Bibliothek ging aus dem US-amerikanischen Informationsprogramm der Nachkriegszeit hervor und eröffnete 1946 zunächst in der Hauptstraße. 1951 zog es an den heutigen Standort in der Sofienstraße 12; Anfang der 1960er Jahre wurde daraus das Deutsch-Amerikanische Institut. Seither ist das Haus ein fester Ort deutsch-amerikanischer Kulturarbeit mit Bibliothek, Sprachkursen und Veranstaltungen.
Die Kaserne an der Römerstraße entstand Ende der 1930er Jahre als „Großdeutschland-Kaserne" und wurde 1945 von der US-Armee übernommen. Von 1948 bis 2013 lag hier das Hauptquartier der US-Landstreitkräfte in Europa (USAREUR); das markante Torhaus schirmte das Areal zur Römerstraße ab. Seit 2013 wird das Gelände zu einem zivilen Stadtquartier umgebaut.
Das Museum im ehemaligen Kommandanturbereich der Campbell Barracks dokumentiert die deutsch-amerikanische Geschichte Heidelbergs. Es ist nach Mark Twain benannt und seit Ende 2018 in Teilbetrieb; geöffnet ist mittwochs bis sonntags, der Eintritt ist frei.
Die Wohnsiedlung unmittelbar neben den Campbell Barracks bot ab den 1950er Jahren Hunderte Wohnungen für US-Soldaten und ihre Familien und erhielt 1958 ihren Namen nach dem Schriftsteller. Zur Infrastruktur gehörten Läden, Kapelle und Schulen; nach dem Abzug der US-Armee 2013 wird das Areal zu einem zivilen Wohnquartier umgebaut.