
Selbst begehbarer Themenrundgang (rund 7 km) um die Ingolstädter Altstadt und über den Brückenkopf im Klenzepark: 13 ausgewählte Werke der Bayerischen Landesfestung von der Renaissance bis zum Klassizismus, jeweils mit Infotafel vor Ort.
Selbst begehbarer Themenrundgang (rund 7 km) um die Ingolstädter Altstadt und über den Brückenkopf im Klenzepark: 13 ausgewählte Werke der Bayerischen Landesfestung von der Renaissance bis zum Klassizismus, jeweils mit Infotafel vor Ort.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Herzog Ludwig der Bärtige ließ das Neue Schloss ab etwa 1418 als wehrhafte Residenz mit bis zu vier Meter dicken Mauern errichten; es zählt zu den bedeutendsten profanen Gotikbauten Deutschlands. Heute beherbergt es das Bayerische Armeemuseum mit seiner Sammlung zur Militärgeschichte. In den Baukomplex wurde das alte Feldkirchener Tor von 1368, das älteste erhaltene Stadttor Ingolstadts, einbezogen.
Die Roßmühle entstand im 16. Jahrhundert (um 1566 bis 1569) als von Pferden angetriebene Mühle und sicherte die Versorgung des Neuen Schlosses und der Besatzung in Belagerungszeiten. Als Teil der überlebenswichtigen Infrastruktur der Festung liegt sie unmittelbar beim Schloss. Sie erinnert an die logistische, oft übersehene Seite des Festungsbetriebs.
Das Neue Kreuztor wurde 1847 als Durchlass durch den Hauptwall der Landesfestung fertiggestellt; die Feldseite gestaltete Leo von Klenze besonders sorgfältig. Über der Durchfahrt sitzt das bayerische Wappen, flankiert von zwei Reiterfiguren, darunter der Festungsbaumeister Daniel Speckle. Die anschließenden Wallanlagen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend abgetragen.
Der Kavalier Hepp entstand zwischen 1838 und 1843 und ist der letzte der drei erhaltenen großen Kavaliere der Festung; benannt ist er nach dem bayerischen Offizier Kaspar von Hepp. Die dicken Mauern und kleinen Fenster sorgen für ein stabiles Raumklima, weshalb hier seit 1981 das Stadtmuseum mit Stadtarchiv untergebracht ist. Gezeigt wird unter anderem eine Nachbildung des Ingolstädter Stadtmodells von Jakob Sandtner aus den 1570er Jahren.
Die Harderbastei gehört zur Renaissancebefestigung, deren Arbeiten ab 1537 begannen und die ab 1549 verteidigungsfähig war; ihr Name geht auf das nördlich gelegene Dorf Hard zurück. 1800 zerstörten französische Truppen große Teile der alten Festung. Der erhaltene Kernbau mit seinem großen Hohlraum wird heute als städtische Galerie für Kunst genutzt.
Der Kavalier Elbracht wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als erhöhte Geschützstellung des ersten Festungsrings gebaut. Solche Kavaliere trugen das Feuer über die vorgelagerten Wälle hinweg und beherrschten das umliegende Gelände. Heute nutzen das Staatliche Bauamt und eine Förderschule das massive Gebäude.
Die Fronte Rechberg wurde ab 1834 als Teil des ersten Rings der königlich-bayerischen Landesfestung im nordöstlichen Glacis angelegt. Sie gilt als einer der besterhaltenen Abschnitte und bewahrt als einzige Fronte ihren ursprünglichen Aufbau mit Torgebäude, Torwärterhaus, Kavaliersbauten, Wall, Graben und Reduit. Damit lässt sich hier das Zusammenspiel der Festungselemente besonders anschaulich nachvollziehen.
Das Neue Feldkirchener Tor entstand nach Entwürfen Leo von Klenzes als östlicher Zugang durch den Festungsring und trägt Standbilder der Festungsbaumeister Streiter und Becker. Dahinter erhebt sich der Kavalier Heideck, benannt nach Generalleutnant Carl Wilhelm von Heideck. Tor und Kavalier bildeten gemeinsam einen der Hauptzugänge an der Ostfront der Festung.
Das Glacis ist der breite, künstlich freigehaltene Geländestreifen vor den Wällen, der Angreifern jede Deckung nahm und den Verteidigern freies Schussfeld sicherte. Nach dem Ende der militärischen Nutzung wurde der Ring zu einem durchgehenden Grüngürtel umgestaltet, der die Altstadt bis heute umschließt. Er verbindet die einzelnen Festungswerke zu einem zusammenhängenden Spazierweg.
Der von den Ingolstädtern 'Roter Turm' genannte Bau ist ein Turm der Festungswerke am rechten, südlichen Donauufer und eine der Stationen des offiziellen Festungsrundgangs. In diesem Bereich südlich der Donau wurde zur Landesgartenschau 1992 der Klenzepark angelegt, der die erhaltenen Werke einfasst. Der weithin sichtbare Turm zählt zu den markanten Zeugnissen der Befestigung jenseits des Flusses.
Der Turm Triva ist eine der beiden ovalen Flankenbatterien des Brückenkopfs und wurde zwischen 1828 und 1841 nach Fassadenentwürfen Leo von Klenzes im klassizistischen Stil errichtet. Zusammen mit dem Reduit und dem Turm Baur schützte er den Donauübergang der Festung. Heute befindet sich in seinem Inneren das Bayerische Polizeimuseum.
Das Reduit Tilly bildet das Kernwerk des klassizistischen Brückenkopfs und wurde von 1828 bis 1841 nach Plänen von Michael von Streiter und mit Fassaden Leo von Klenzes gebaut; benannt ist es nach dem Feldherrn Johann T'Serclaes von Tilly. Als 'Reduit' war es der letzte Rückzugsort innerhalb des Festungswerks, dessen schwere Geschütze aus Kasematten und vom Dach feuern konnten. Heute zeigt hier das Bayerische Armeemuseum seine Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg.
Der Turm Baur ist die westliche der beiden ovalen Flankenbatterien des Brückenkopfs und entstand gemeinsam mit dem Reduit Tilly in den Jahren 1828 bis 1841. Von hier aus ließ sich der Zugang zum zentralen Reduit im Kreuzfeuer verteidigen. Mit Turm Triva und Reduit bildet er das klassizistische Ensemble am Südufer der Donau.