
Selbst begehbarer historischer Rundgang der Stadt Kiel zu den zentralen Schauplätzen des Matrosenaufstands von 1918, dem Auftakt der Novemberrevolution. Die rund 9 km lange Route führt von der Kieler Wik über die Innenstadt bis zum Hauptbahnhof und verbindet elf real benannte Stationen.
Selbst begehbarer historischer Rundgang der Stadt Kiel zu den zentralen Schauplätzen des Matrosenaufstands von 1918, dem Auftakt der Novemberrevolution. Die rund 9 km lange Route führt von der Kieler Wik über die Innenstadt bis zum Hauptbahnhof und verbindet elf real benannte Stationen.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Die 2012 im Schleusenpark eröffnete Aussichtsplattform bietet einen weiten Blick über den Nord-Ostsee-Kanal und die Holtenauer Schleusen. In der Kieler Wik lagen im November 1918 Einheiten des III. Geschwaders, deren Besatzungen zu den Auslösern des Aufstands gehörten. Der offizielle Rundgang der Stadt Kiel beginnt an diesem Ort.
Rund um die Arkonastraße lagen die Marinekasernen der Kieler Wik, in denen unter anderem Torpedo- und U-Boot-Divisionen untergebracht waren. Von hier aus schlossen sich zahlreiche Soldaten dem Aufstand an, weshalb das Gelände als eines der Zentren der Erhebung gilt. Mehrere der historischen Kasernengebäude sind bis heute erhalten.
Die Brücke am Sporthafen Wik erinnert an Gustav Garbe (1865–1935), eine führende Figur der Kieler Gewerkschaftsbewegung und des Matrosenaufstands. 1930 nach ihm benannt, wurde der Name 1933 durch die Nationalsozialisten entfernt und erst 2016 offiziell wiederhergestellt.
Auf Kiels größtem Friedhof, angelegt 1878 auf früherem Schießplatzgelände in Ravensberg, befinden sich zahlreiche Kriegsgräber. Der Rundgang hält hier an den Gräbern der Gefallenen inne und erinnert an die Toten des November 1918.
Das Gebäude war Sitz des Marinegouverneurs, der Ende 1918 die höchste Befehlsgewalt in Kiel innehatte. Am 4. November 1918 verhandelten hier Matrosen und Politiker mit der Marineführung; als Aufständische das Gebäude besetzten und die Wachmannschaft entwaffneten, wurde aus der Revolte der Beginn der deutschen Revolution. Heute nutzt die Finanzverwaltung den denkmalgeschützten Bau.
In der Feldstraße stand bis 1964 die Marine-Arrestanstalt, in der inhaftierte Matrosen festgehalten wurden; ihre Freilassung war eine der zentralen Forderungen der Aufständischen. In der Nähe fielen am 3. November 1918 Schüsse auf einen Demonstrationszug, die mehrere Todesopfer forderten. Eine Gedenktafel erinnert heute an diese Ereignisse.
Im Gewerkschaftshaus liefen während des Aufstands die organisatorischen Fäden zusammen; hier tagten die Kieler Arbeiter- und Soldatenräte. Eine 1978 angebrachte Gedenktafel an der Fassade erinnert an die Rolle des Hauses in der Novemberrevolution.
Der Schlosshof war 1918 ein bekannter Versammlungsort, an dem sich Matrosen und Arbeiter zu Räten zusammenfanden. Am 6. November sprach hier Gustav Noske vor einer großen Menge und drängte darauf, die revolutionäre Bewegung wieder einzuhegen. Der historische Bau wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; an seiner Stelle steht heute das moderne Kieler Schloss.
Das 1911 eröffnete Rathaus war Sitz der Stadtverwaltung, mit der die neu gebildeten Arbeiter- und Soldatenräte im November 1918 um die Kontrolle in der Stadt rangen. Sein hoher Turm, dessen Vorbild der Markusturm in Venedig ist, zählt bis heute zu den Wahrzeichen Kiels.
Das Revolutionsdenkmal „Wik“ des Bildhauers Hans-Jürgen Breuste wurde 1982 zum Gedenken an den Matrosenaufstand im Ratsdienergarten aufgestellt. Die Skulptur aus schräg gestellten Stahlträgern und Granitsäulen ist vom Drama „Feuer aus den Kesseln“ von Ernst Toller inspiriert. Sie gehört zu den wenigen Denkmälern, die ausdrücklich an die Erhebung von 1918 erinnern.
Der Vorplatz des Kieler Hauptbahnhofs wurde 2011 in „Platz der Kieler Matrosen“ umbenannt und erinnert an die Ereignisse von 1918, als hier Truppen eintrafen und Kämpfe stattfanden. Seit 2013 markiert eine Stele diesen Ort. Der offizielle Rundgang der Stadt Kiel endet an diesem Platz.