
Selbst begehbarer Rundgang durch die Moerser Altstadt: 14 zentrale Geschichtsstationen und Denkmaltafeln zu Schloss, Festungsstadt, Kirchen und jüdischer Geschichte, kreisförmig vom Altmarkt aus.
Selbst begehbarer Rundgang durch die Moerser Altstadt: 14 zentrale Geschichtsstationen und Denkmaltafeln zu Schloss, Festungsstadt, Kirchen und jüdischer Geschichte, kreisförmig vom Altmarkt aus.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Der Altmarkt bildet den historischen Kern der Moerser Altstadt und ist der Startpunkt des Rundgangs (Geschichtsstation 01). Rund um den Platz entstand die mittelalterliche Siedlung, die sich spaeter zur befestigten Stadt entwickelte. Alte Buergerhaeuser und ein Denkmal aus preussischer Zeit praegen das Bild.
Die evangelische Stadtkirche geht auf eine 1363 von Graf Dietrich VI. von Moers gestiftete Kapelle nahe der Grafenburg zurueck und zaehlt zu den aeltesten Gotteshaeusern der Stadt. Als reformierte Hauptkirche steht sie fuer die evangelisch-reformierte Praegung der frueheren Grafschaft Moers. Der spaetgotische Bau bestimmt bis heute die Silhouette der Innenstadt.
Der Neumarkt entstand dort, wo einst das 'Meer', eine seeartige Erweiterung des Moersbaches, Alt- und Neustadt voneinander trennte. An der Neustrasse stand das Meertor, das letzte erhaltene mittelalterliche Stadttor. Heute ist der Neumarkt ein zentraler Marktplatz mit Wochenmarkt dienstags und freitags.
Das Peschkenhaus am Neumarkt ist das aelteste erhaltene Buergerhaus der Stadt, errichtet gegen Ende des 15. Jahrhunderts im spaetgotischen Stil. Lange beherbergte es die Staedtische Galerie, heute nutzt es der Kunstverein Peschkenhaus fuer Ausstellungen zeitgenoessischer Kunst. Das denkmalgeschuetzte Haus ist als Denkmaltafel 14 Teil des Rundgangs.
Am Rathausplatz nahe dem Neumarkt steht das Rathaus von Moers, Sitz der Stadtverwaltung. Ein Neubau war bereits vor dem Ersten Weltkrieg geplant, wurde aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts verwirklicht; aeltere Rathaeuser standen zuvor an anderer Stelle in der Altstadt. Geschichtsstation 18 erlaeutert die wechselvolle Geschichte der Moerser Rathaeuser.
Der Schlosspark entstand ab 1836 auf dem ehemaligen Festungsgelaende, nachdem die Moerser Festung im 18. Jahrhundert geschleift worden war. Die Anlage im Stil eines englischen Gartens geht auf den Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe zurueck. Heute laden Park und Rosarium mit altem Baumbestand zum Verweilen ein.
Das Moerser Schloss ist das aelteste bekannte Gebaeude der Stadt und geht auf einen Turm um 1200 zurueck. Vom Sitz der Grafen von Moers wurde es zur Residenz und unter Moritz von Oranien ab 1601 mit Bastionen zur Festung ausgebaut. Die Stadt erwarb Schloss und Park 1905; seit 1908 beherbergt es das Grafschafter Museum.
Das Alte Landratsamt, das fruehere Kreisstaendehaus, ist ein Neorenaissance-Bau von 1898 am Kastell. Nach seiner Sanierung wird es oeffentlich genutzt und beherbergt unter anderem eine Ausstellung des Grafschafter Museums zur Demokratiegeschichte sowie die Volkshochschule. Das Gebaeude steht beispielhaft fuer die bewegte deutsche Demokratiegeschichte.
Die neugotische Stadtpfarrkirche St. Josef wurde 1868 bis 1871 als dreischiffige Backsteinbasilika errichtet. Sie steht fuer das Wachsen der katholischen Gemeinde in der lange reformiert gepraegten Stadt. Geschichtsstation 05 widmet sich der Geschichte der katholischen Kirchen in Moers.
Der weitlaeufige Kastellplatz ist der groesste Platz der Innenstadt und liegt im Bereich des einstigen Festungssterns, der das Schloss umgab. Unter Moritz von Oranien wurde Moers ab 1601 nach Plaenen von Simon Stevin zu einer der modernsten Festungen der Region ausgebaut, bevor die Anlagen im 18. Jahrhundert geschleift wurden. Der Platz erinnert an die Bedeutung von Moers als Festungsstadt.
Das Amtsgericht an der Haagstrasse wurde 1913 errichtet und praegt mit seiner Backsteinfassade das Strassenbild. Es steht fuer den Ausbau von Verwaltung und Justiz in der wachsenden Stadt des fruehen 20. Jahrhunderts. Das Gebaeude liegt am Uebergang von der Innenstadt zu den alten Gassen der Altstadt.
Die Zwergengasse ist ein schmaler mittelalterlicher Loeschgang in der Altstadt. Ihren Namen verdankt sie einem rund 100 Jahre alten Fries mit froehlichen Zwergen, weshalb dieser Teil der Fieselstrasse auch Zwergengasse genannt wird. Der kleine Durchgang zaehlt zu den charmanten Winkeln des alten Moers.
Das Klompenhaus ist ein schmales rotes Haus aus dem 17. Jahrhundert am Pumpeneck in der Fieselstrasse. Hier fertigten Handwerker einst die sogenannten Klompen, hoelzerne Schuhe niederrheinischer Tradition, weshalb der Volksmund die Ecke 'Klompenwenkel' nennt. Das Haeuschen bewahrt die Erinnerung an das alte Handwerk der Region.
Nahe dem Standort der frueheren Moerser Synagoge erinnert der Synagogenbogen an die juedische Gemeinde der Stadt. Der nachgebildete Torbogen traegt die Namen Moerser Opfer der Schoah und ein Psalmzitat. Die Geschichtsstationen 11 und 12 dokumentieren die Geschichte der Juden in Moers; die Synagoge selbst wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstoert.