
Selbst begehbarer Rundweg durch das Offenbacher Nordend zu zehn Zeugnissen der Leder-, Portefeuille- und Metallwarenindustrie – von der Portefeuillefabrik Rosenthal über die Schriftgießerei Klingspor bis zum Deutschen Ledermuseum an der Frankfurter Straße.
Selbst begehbarer Rundweg durch das Offenbacher Nordend zu zehn Zeugnissen der Leder-, Portefeuille- und Metallwarenindustrie – von der Portefeuillefabrik Rosenthal über die Schriftgießerei Klingspor bis zum Deutschen Ledermuseum an der Frankfurter Straße.
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Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Auf dem Gelände einer früheren Gasfabrik entstanden 1911–1913 zwei Portefeuillefabriken; der Bau Rosenthal zeigt eine repräsentative neoklassizistische Fassade, mit der sich erfolgreiche Lederwarenhersteller im Stadtbild präsentierten. Nach dem Produktionsende in der Weltwirtschaftskrise nutzten wechselnde Betriebe das Haus, bevor es 1996 im Stil um 1910 saniert wurde. Portefeuille bezeichnet feine Lederwaren wie Taschen und Etuis.
Der schlichte Fabrikbau von 1897 wechselte mehrfach die Nutzung – von einer Schuhfabrik über eine Trikotweberei bis zur VDO Tachometer AG. Ab Mitte der 1950er Jahre fertigte hier die Firma Gebrüder Tschatsch Metallzubehör für die Offenbacher Lederwarenindustrie.
Die Brüder Klingspor erwarben 1892 die traditionsreiche Rudhardsche Schriftgießerei und zogen 1897 in Neubauten im Blockinneren an der Ludwigstraße. Unter Karl Klingspor stieg der Betrieb zu einem der führenden deutschen Anbieter moderner Druckschriften auf; aus seinem Nachlass ging der Grundstock des heutigen Klingspor-Museums hervor.
In dem fünfgeschossigen Bau von 1911 stellte eine überwiegend weibliche Belegschaft jährlich rund 200 Millionen Zigaretten der Marke Crevetti her. Nach Aufgabe der Produktion um 1928 wurde das Gebäude zum Wohnhaus umgebaut; seit 1937 befindet sich darin eine Apotheke mit Einrichtung im Stil der Neuen Sachlichkeit.
Die Lederwarenfirma Hirschfeld ließ 1914 einen Fabrikneubau mit neoklassizistischer Fassade errichten, von deren Bauschmuck ein großer Merkurkopf in der Mittelachse erhalten ist. In den 1980er Jahren wurde das Gebäude zu einem Hotel umgebaut.
Der Lederwarenbetrieb Rudolf Kahn ergänzte seine Portefeuillefabrik um 1910 durch einen Neubau, dessen Fassade im neoklassizistischen Stil gehalten ist. Das Gebäude steht stellvertretend für die zahlreichen kleineren Lederwarenfabriken, die das Offenbacher Nordend prägten.
Der 1906 mit Klinkerfassade im Stil des späten Historismus errichtete Gewerbebau beherbergte nacheinander mehrere Lederwarenfabriken; in der Durchfahrt sind noch Gleise eines Rollwagens erhalten. Nachdem jüdische Inhaber in der NS-Zeit zur Aufgabe gezwungen worden waren, führte hier die Firma Martin Wess die Produktion fort.
Die spätklassizistische Villa von 1844 gehörte später dem Maschinenfabrikanten Carl Neubecker, der auf seinem Werksgelände eine Mineralwasserquelle erschloss und daraus einen Kurbetrieb aufzubauen versuchte. Die denkmalgeschützte Villa wurde nach längerem Leerstand wiederhergestellt, während das umliegende Gelände mit Stadthäusern bebaut wurde.
Das klassizistische Lagerhaus von 1829–30 diente zunächst dem Warenumschlag zur Zeit der nach Offenbach verlagerten Messen und später als Zolllager. 1936 baute der Architekt Hugo Eberhardt es zum Deutschen Ledermuseum um, das unter anderem die Geschichte der Offenbacher Portefeuille-, Sattler- und Schuhindustrie dokumentiert.
Die zweifarbige Klinkerfassade verbirgt eine für ihre Zeit frühe Eisenbetonkonstruktion. Die Firma Haege war ab 1876 als Metalldrückerei tätig, lieferte Offenbachs Lederwarenbetrieben Metallzubehör und nahm später auch Thermoskannen ins Programm. Das Gebäude beherbergt heute Büros und einen Kindergarten.