
Selbst begehbarer Geschichtspfad durch das ehemalige sowjetische Geheimdienstareal „Militärstädtchen Nr. 7“ in der Nauener Vorstadt zwischen Neuem Garten und Pfingstberg. Rund 2,5 km entlang von Villen, dem KGB-Gefängnis, Denkmalresten und Sicherungsanlagen der einstigen „Verbotenen Stadt“ des KGB. Startpunkt ist das Bronzemodell im Hof der Gedenkstätte Leistikowstraße; unterwegs erschließen Infotafeln mit QR-Codes die Geschichte des Ortes.
Selbst begehbarer Geschichtspfad durch das ehemalige sowjetische Geheimdienstareal „Militärstädtchen Nr. 7“ in der Nauener Vorstadt zwischen Neuem Garten und Pfingstberg. Rund 2,5 km entlang von Villen, dem KGB-Gefängnis, Denkmalresten und Sicherungsanlagen der einstigen „Verbotenen Stadt“ des KGB. Startpunkt ist das Bronzemodell im Hof der Gedenkstätte Leistikowstraße; unterwegs erschließen Infotafeln mit QR-Codes die Geschichte des Ortes.
Stops
Die Route ist in Reihenfolge aufgebaut, damit du den Flow direkt nachvollziehen kannst.
Das frühere Pfarrhaus diente dem sowjetischen Geheimdienst ab 1945 als zentrales Untersuchungsgefängnis der Spionageabwehr; in den Kellerzellen sind rund 1.500 Ritzinschriften von Häftlingen dokumentiert. Heute befindet sich hier die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße. Im Hof steht ein maßstabsgetreues Bronzemodell des Militärstädtchens, das den Rundgang eröffnet.
Die unmittelbar benachbarten Häuser gehörten zum abgeriegelten Haftkomplex und wurden vermutlich von der Ermittlungsabteilung genutzt. Zusätzliche Mauern und ein etwa drei Meter hoher Bretterzaun nach dem Vorbild sowjetischer Lager schotteten den Bereich vollständig ab.
Diese Villa diente als Unterkunft für die Wachmannschaften des benachbarten Untersuchungsgefängnisses. Zusammen mit den Gefängnisgebäuden bildete sie einen eigens gesicherten Riegel innerhalb der Sperrzone.
Im ehemaligen Kaiserin-Augusta-Stift, einem früheren Mädchenpensionat, lag das Stabsquartier der sowjetischen Militärspionageabwehr. Von hier aus wurde die Deutschlandzentrale dieses Geheimdienstzweigs gesteuert; heute dient der Bau als Wohnhaus.
In der Kapelle des Kaiserin-Augusta-Stifts tagten sowjetische Militärtribunale. Hier wurden Urteile über Gefangene der Spionageabwehr gefällt, die häufig eine langjährige Lagerhaft in der Sowjetunion bedeuteten.
In der Villa Fischbach an der Puschkinallee war der Kindergarten der sowjetischen Streitkräfte untergebracht. Das Gebäude liegt am südlichen Rand des Areals und zeigt, dass die abgeschottete Geheimdienststadt eine eigene zivile Infrastruktur für die Familien der Offiziere besaß.
Die von Peter Joseph Lenné gestaltete Grünfläche zwischen Pfingstberg und Neuem Garten wurde vom Geheimdienst gerodet und in einen Sport- und Festplatz verwandelt. Nach dem Abzug der Truppen 1994 baute man die Sportanlagen zurück und stellte die historische Wegeführung wieder her.
Auf dem Areal erinnerte ein Denkmal an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Militärspionageabwehr, gestaltet als stilisierte ewige Flamme mit dem KGB-Emblem „Schild und Schwert“. Beim Abzug 1994 fehlten Teile; die Reste wurden später wieder zusammengetragen und dokumentiert.
Die 1945 von der Roten Armee beschlagnahmte Villa Schlieffen wurde teilweise zu einem Schießbunker umgebaut. Ab 2014 sicherte man das Gebäude denkmalgerecht im Originalzustand und legte dabei den historischen Zugangsweg wieder frei.
Das Lepsiushaus nutzte die sowjetische Armee bis Anfang der 1990er Jahre als Militärkasse. Es gehört zu den Villen der Nauener Vorstadt, die für die Dienstzwecke des Militärstädtchens vereinnahmt wurden.
Die Villa Quandt fiel 1945 an den sowjetischen Auslandsgeheimdienst und später an den KGB. Erhalten blieb unter anderem eine Offizierssauna mit Tauchbecken, die den Alltag der stationierten Militärs veranschaulicht.
Die Villa Finckenstein gehörte bis 1949 einer Bank und wurde ab 1950 von den sowjetischen Besatzungstruppen genutzt. Sie liegt am nördlichen Abschnitt der Großen Weinmeisterstraße in Richtung Pfingstberg.
Unterhalb des Pfingstberges lag der Kasernenteil des Militärstädtchens, getrennt vom Wohn- und Dienstbereich. Rund 350 Soldaten eines KGB-Wachbataillons sicherten das gesamte Gelände mit zwölf Wachtürmen und einer Betonmauer.
Das Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg bildet den nördlichen Abschluss der Runde und bietet vom Aussichtsbau einen weiten Blick über die Nauener Vorstadt und das Gelände der einstigen Sperrzone. Der Pfingstberg lag am nördlichen Rand des abgeschotteten Areals; das Belvedere ist ein redaktionell ergänzter Aussichtspunkt und nicht Teil des offiziellen Tafelpfads.